{Film} Warte, bis es dunkel ist

Mittwoch, 1. April 2015

Ich bin ja ein bekennender Fan der Sneak-Preview. War ich schon immer, auch wenn ich es bisher leider viel zu selten realisieren konnte mangels mir bekannten Mitsehern. Nur wenige die ich kenne wollen freiwillig Geld für etwas bezahlen von dem sie noch nicht einmal wissen was sie denn erwartet. Diese Woche allerdings habe ich es geschafft mich reinzuschleichen und was dort als angekündigte „ab 16“-Aktion über die Leinwand flimmerte, das war die 6 Euro Eintritt auf jeden Fall wert.

Ich traf mich ganz unvoreingenommen und lediglich ein wenig vorfreudig am Montagabend mit einer meiner zwei besten Freundinnen in unserem Cineplex-Kino um uns dem lang ersehnten und schon viel zu lange geplanten Genuss einer gemeinsamen Kino-Session hinzugeben. Das schöne an der Sneak ist ja, das man nicht weiß was man da bekommt bevor es so weit ist. Wir wussten lediglich, dass es wohl aus der unheimlicheren Ecke stammen sollte – zumindest hatten wir so was rumoren gehört.

Wir taten noch einen gehörigen Ratsch bevor es aufging uns mit allem nötigen zu versorgen, das man für eine solche Aktion nun mal begehrt: Cola, Popcorn & Mentos. Mentos Frucht müssen immer mit, wenn ich im Kino bin und keine Mentos frucht bekomme, dann ist das wirklich schlimm für mich! Na gut, eine Lindor-Kugel „Kokos“ gab’s auch – aber eher, weil ich nicht mal wusste das es diese schrecklich leckeren Dinger überhaupt in der Geschmacksrichtung Kokos gibt (ich kann jedenfalls hier sagen, das sie ganz und gar köstlich sind!).

Wir begaben uns auf unsere Plätze und haben dann erstmal nichts gewonnen. Nach einer kurzen, sympathisch moderierten Vorankündigung ging es alsdann los. Ein Horror würde es nun werden, das wussten wir bereits. Also genau das Richtige für einen Angsthasen und eine Schwangere, wie wir beide es sind und bevor hier Spekulationen wach werden: ich bin der Angsthase.
Und nach kurzweiligem Vorgeplänkel über die Mondschein-Mordserie aus den 40er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts war uns auch allen klar, um was es sich handeln würde: Warte, bis es dunkel wird.

Genau das war übrigens auch der Zeitpunkt an dem die ersten Menschen den Saal verließen. Ich bin ein Angsthase, aber so was mache ich nicht. Nie. Ich sehe mir den Film an und kann dann nicht einschlafen. Aber ich gehe nicht. Aus Prinzip. Jeder Mensch sollte seinen Prinzipien haben und diese auch vertreten können. Ausserdem handelt es sich in diesem Fall lediglich um einen Film und gute Effekte. Aber ich schweife ab.



Zum Hintergrund

Wem die Mondschein-Sache kein Begriff ist, möchte ich zuerst kurz auf die Sprünge helfen: In den 40er Jahren trieb ein „Phantom“ sein Unwesen in der Stadt Texarkana, er überfiel stets bei Vollmond junge Liebespaare die sich an entlegenen Plätzen zum Techtelmechtel trafen oder dort zusammen hinfuhren. Die meisten von ihnen bezahlten dies mit ihrem Leben. Die Polizei reagierte prompt und verstärkte ihre Präsenz und riegelte Straßen und Wege soweit ab, das der Täter kaum noch agieren konnte. Es gab dennoch weitere Morde und im Großen und Ganzen belief/beläuft es sich schlussendlich darauf, dass der Mörder nie gefasst wurde. Für mehr Informationen googelt bitte selbst nach den "moonlight murders", ich beschäftige mich nicht so gern mit solcherlei Abgründen.


Zum Film

Natürlich gibt es über diese Vorfälle auch Filme. Und einer dieser Filme ist auch gleich mitverantwortlich für diesen hier: The Town That Dreaded Sundown (1976). Jedes Halloween wird er im Autokino gespielt, wie uns die Stimme aus dem Off mit passendem Bildmaterial auch wissen lässt. Schönes Wetter, Nacht, Autokino, Autos, Menschen die einen Film ansehen. Den Film ansehen.
Ganz vorne auf sitzen auf der Motorhaube eines Wagens zwei junge Menschen. Der blonde Sportler Corey und seine mehr oder weniger Freundin. Jami bereitet der Film unbehagen und sie verlassen die Vorführung woraufhin er sie an eine hübsche entlegene Lichtung bringt um mit ihr ein wenig…na, ihr wisst schon. Knutschen und Fummeln. Vermutlich auch mehr, möchte man meinen, allerdings erblickt das Mädel bereits gleich zu Anfang ein kapuziges Gesicht das just wie das des Killers aus dem Film aussieht zwischen den Sträuchern.
Sie hat Angst, sie wollen aufbrechen, da schlägt er schon die Scheibe ein und zwingt beide aus dem Wagen.
Während Corey gezwungen wird sich mit heruntergelassenen Hosen auf den Boden zu legen, muss Jami sich umdrehen. Voller Grauen sieht sie durch ein Schattenspiel aus den roten Rücklichtern von Corey’s Wagen  und einem sandigen Hang wie das „Phantom“ diesen mittels eines großen Messers ermeuchelt. Sie bricht in Panik aus und flieht durch den Wald – nur um kurz darauf vom Phantom gefasst zu werden. Indes tut er ihr nichts an und sagt ihr lediglich, dass es „wegen Mary“ ist. Sie schleppt sich zurück zum Autokino und von nun an beginnt die Geschichte eigentlich erst richtig. Denn der Killer macht munter weiter – und zwar in der selben Reihenfolge wie im Film. Und Jami beginnt zu recherchieren.


Meine Meinung dazu

Die Geschichte ist im Grunde relativ schnell umrissen. Killer tötet Menschen, typisches Final-Girl geht dem Ganzen auf den Grund und muss über sich hinaus wachsen um dem Bösen die Stirn bieten zu können. Wobei ich wirklich sagen muss, dass ich Addison Timlin in ihrer Rolle sehr gut fand. Für Drehbuchschwächen kann ich sie schlecht verantwortlich machen, denke ich.
Letztere allerdings gibt es. Die Geschichte ist in sich einfach nicht ganz stimmig, die Handlung lediglich in Ansätzen von Substanz.
Schockmomente liefert er dennoch regelmäßig. Eine ansehnliche filmische Qualität ist durchaus gegeben und ein paar echt gute Sprüche gibt es als Zuckerl oben drauf. Gedärm, Blut, Körperteile und nackte Haut sind auch immer wieder mit von der Partie.

Was mir sehr gefallen hat, war der Stil im Film. Alles wirkt aus der heutigen Zeit ein wenig entrückt, die Locations, die Sets, selbst Mode und so manche Abendveranstaltung ist sehr 70ies lastig und birgt ein tolles Flair in sich. Es sind oftmals nur die kleinen Dinge die einen daran erinnern, das der Film nicht in diesem vergangenen Jahrzehnt angesiedelt ist, wie moderne Handys, Laptops. Das fand ich sehr schön und stimmungsvoll.

Ich fand den Film durchaus nicht ganz so ohne, aber wie ich ja auch zugebe: ich bin ein Angsthase. Gerade da ich weiß, das die Morde auf denen der Film ja mehr oder weniger basiert wirklich geschehen sind und nicht nur einer Fantasie entspringen, lässt mir die Geschichte doch immer wieder das Herz rasen.

Wer also gerne optisch durchgestylte Filme mit Blut und Sex, Grusel und dunkler Vergangenheit mag, dürfte sich ganz gut unterhalten fühlen. Ich tat es für den Preis auf jeden Fall, den auch das Schmunzeln ist an einigen Stellen durchaus möglich – und ich denke ganz freiwillig. In Deutschland läuft er übrigens am 09.04.2015 an.
Mein liebstes Zitat: „Bitte nennen sie mich Lone Wolf, ich habe eine sehr hohe Meinung von mir!“
Falls Spoiler gefragt sind, einfach in den Kommentaren melden ;-)


Wie geht es Dir mit solchen Filmen?
Gruselst Du dich gerne oder gehörst Du auch zu der Angsthasenfraktion?

Kommentare:

  1. Ich bin auch ein Angsthase, aber nur ein kleiner. Solche Filme sind nicht unbedingt mein Ding...

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  2. Angsthasenfraktion, ich gebs zu. Für mich sind solche Film absolut nichts :D wobei ich American Horror Story ganz gerne mag, aber die waren auch nie wirklich gruselig, find ich. Da gibts ja immer für mich einen Unterschied - ist etwas wirklich gruselig oder ist es nur Splatter und Gore. Ich hab nur Probleme mit dem Ersten der drei. Alles andere lässt mich meistens mit den Augen rollen :D

    Liebe Grüße

    Tina

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