{social freezing} Die Eizellendebatte

Montag, 3. November 2014

Mittlerweile hat wohl jeder bereits davon Wind bekommen - die Eizellendebatte kursiert derzeit in den USA, und mittlerweile nicht mehr nur dort.

Grund dafür ist die neueste Idee der IT-Giganten Apple und Facebook, die ja bereits dafür bekannt sind, stets neue Wege zu finden, seine Mitarbeiter mit ungewöhnlichen und teils auch unkonventionellen Methoden und Vergütungen zu versorgen.
 
Der neueste Clou (wenn man so will, denn Facebook soll bereits damit begonnen haben):
Mitarbeiterinnen können sich Eizellen entnehmen und einfrieren lassen, um mit der Familienplanung frei zu sein. Sprich: die 20er und 30er durcharbeiten und dann ab 40 durch bereits früher entnommene Eizellen, die man sich dann befruchten und einpflanzen lassen kann, die Uhr zurückdrehen.


Großteils wird dies nun (für mich überraschenderweise!) sehr positiv aufgenommen. So fühle man sich als Frau freier, die Karriere in den Mittelpunkt zu stellen und alle Energie dafür aufwenden zu können und die Familienplanung dann zu beginnen, wenn man bereits berufliche Erfolge verbucht und möglichst diesen ominösen "Mr. Right" endlich gefunden hat.
Gynäkologen loben die Idee darüber hinaus auch daher, da die Frau auch als "Spätgebärende" hierdurch die Möglichkeit hat, Eizellen ihrer "besten Jahre" zu "verwenden".
Die Kosten? Werden natürlich vom jeweiligen Unternehmen bis zu einem gewissen betrag übernommen.

Wieso mich diese ganzen positiven Reaktionen überraschen?

Ich muss sagen, teilweise weiß ich es selbst nicht genau, schließlich glaube ich immer mehr daran, dass das, was man in vielen Medien zu hören bekommt, teils bezahlte Reaktionen sind.
Und doch: ist es denn der richtige Weg?
Natürlich lässt sich nun argumentieren, was denn nun überhaupt als "richtig" bezeichnet werden kann und schon wären wir wieder in einer sehr philosophischen Diskussion die sich letztendlich im Kreise drehen würde - und doch: Ist es richtig, das Unternehmen generell allen Frauen anbieten sich erst für die Karriere "aufzuarbeiten", bevor sie Kinder bekommen "dürfen"?
Natürlich kann diese Option für einige Frauen der "richtige" Weg sein. 
Dennoch stellt sich mir die Frage, ob dadurch nicht auch ein gewisser Druck auf jene Frauen ausgeübt werden dürfte, die sich dagegen entscheiden ihre Eizellen für später aufzusparen und lieber frühzeitig mit der realen Familiengründung beginnen möchten.  

Denn, auch wenn es als Thematik so konträr ist wie es nur sein kann, die Debatten um Sterbehilfe sind doch in gewisser Art und Weise ähnlich.
So konnte man bereits vielfach von Fällen lesen, in den sich ältere, hilfsbedürftige Menschen in einer Art Rechtfertigungsrolle sehen, da sie sich trotz Alter, Krankheit oder Gebrechlichkeit, nicht bereit erklären, den letzten Weg auf diese Weise anzutreten.
Und ganz ähnliches lässt auch das "Social Freezing" befürchten.

Letztendlich hat eine jede Medaille zwei Seiten.

Wie ist eure Meinung zur Debatte? 

1 Kommentar:

  1. Ein schwieriges Thema. Ich weiß nicht so richtig was ich davon halten soll. Für einige Frauen sicher die Rettung und für andere vielleicht wirklich eine zusätzliche Belastung. Zum Glück darf das jede Frau für sich selbst entscheiden... Jedenfalls mehr oder weniger.

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