Isar Unleashed

Dienstag, 4. Juni 2013


Nachdem in meiner Teilzeit- und Zweitheimat Landshut im ansonsten ziemlich schönen Niederbayern gestern ebenfalls der Katastrophenalarm ausgerufen wurde, gibt es heute aus gegebenen und ja bereits genannten Anlass einen Post zur Lage.


Natürlich ist mir klar, dass, so schlimm es in Landshut für so Manchen ist, die Lage nicht mit beispielsweise Passau zu vergleichen ist. 

Dennoch gibt es in LA (wie man das als Einheimischer nennt) auch recht gebeutelte Wohngegenden wie Mitterwöhr in denen bereits seit gestern mitunter kein Strom mehr verfügbar ist, eine Zufahrt unmöglich ist und Gummistiefel mehr unnötigen Zierrat als wahren Nutzen darstellen. Grundstücke stehen Teils mehr als einen halben Meter unter Wasser, aus Kellern wurden unterirdische Seenlandschaften die zudem in "Gebieten mit erhöhtem Gefährdungspotential" nicht versicherbar sind.
Einzelne Kurzschlüsse führten zu Bränden. Eigenartig, wenn etwas im Hochwasser brennt.


Auf dem Bild oben ist das Ludwigswehr zu sehen, zwischen "Insel" und Hotel Kaiserhof. Auch wenn es namentlich wohl das weniger bekannte darstellt, dieses ist schließlich das Maxwehr, war hier, vermutlich aufgrund der Positionierung VOR dem Maxwehr, noch um einiges mehr los. Bei normalem Wasserstand der Isar ginge es hier eigentlich mehrere Meter weit hinunter und man könnte da vermutlich mit Bermudas durchwaten. Auf diesem Bild beträgt die Wasserspiegeldifferenz gerade mal noch geschätzte 1-2 Meter. Mannsdicke Baumstämme werden zu Spielbällen, hin- und hergeschleudert wie Zahnstocher im Abfluss, werden in die Höhe geworfen und tauchen kurz darauf gar nicht mehr auf, verschollen in den Kräften der Wehrwalze.


Auf diesen beiden kurzen Videos sieht man die Wassermassen nochmals in Aktion. Links seitlicher Blick zum Wehr hin, rechts direkt von oben, auf der Brücke stehend, gefilmt. 
Das Rauschen ist auf den Videos natürlich um einiges leiser als es in der Realität war, da musste man schon ganz schön laut werden, um sich, nebeneinander stehend, unterhalten zu können. Das nebenbei Schlimmste bleibt euch hierbei aber erspart: der Gestank nach verfaultem Fisch und Dreckwasser.

Soviel hier auch schon los ist, ich muss zu bedenken geben, die Fotos sind vom Vortag des Katastrophenalarms, gestern blieb mir dazu keine Gelegenheit, auch wenn die Eindrücke noch dramatischer wären.

Wie habt ihr die letzten Tage erlebt, bzw. erlebt sie noch?




Kommentare:

  1. Das ist ja furchtbar. Bei uns ist traumhaftes Wetter (22° und Sonne). Hier ist nichts von einer Katastrophe zu sehen. Kenne die Bilder nur aus dem TV. Hoffentlich passiert nicht noch schlimmeres!

    LG Saskia
    My Style Room freut sich auf deinen Besuch

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    1. Ja, so schlimm es in LA auch war, es war doch noch nichts im Vergleich mit anderen Städten, das muss man schon sagen und sich auch dessen bewusst sein. Deggendorf, Straubing, Passua usw... da ist es wirklich schimm und die Welle bewegt sich ja derzeit immer weiter nach Norden und wird wohl dort auch noch erhebliches Unheil verbreiten :-/

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